3 Ar­gu­men­te ge­gen An­gli­zis­men in Mar­ke­ting­tex­ten

Warum Anglizismen in Marketingtexten nicht immer ratsam sind

Busi­ness, Com­mu­ni­ty, Mind­set, Pain Points, Up­grades, Be­ne­fits: An­gli­zis­men rei­hen sich in Mar­ke­ting­tex­ten ge­ra­de­zu an­ein­an­der. Ver­ein­zelt und zwecks man­geln­der Al­ter­na­ti­ve ist ge­gen sie nichts ein­zu­set­zen, aber der un­über­leg­te, mas­sen­haf­te Ein­satz kann Nach­tei­le mit sich brin­gen.

In ei­ni­gen Bran­chen er­klärt sich das durch die Do­mi­nanz ame­ri­ka­ni­scher Kon­zer­ne. In der IT-Bran­che et­wa ge­ben drei Kon­zer­ne den Ton an: Mi­cro­soft, Goog­le und Ap­ple. Ent­spre­chend prä­gen sie die Aus­drucks­wei­se.

Zu­neh­mend sind es aber In­di­vi­du­en, die den Ge­brauch von eng­li­schen Aus­drü­cken vor­an­trei­ben. Jun­ge Men­schen kon­su­mie­ren im­mer mehr eng­lisch­spra­chi­ge In­hal­te, et­wa auf Net­flix, wo man Fil­me und Se­ri­en auch im Ori­gi­nal­ton se­hen kann. Häu­fig ge­brauch­te Aus­drü­cke blei­ben hän­gen, über die deut­sche Ent­spre­chung wird da­bei aber nicht nach­ge­dacht. Und so wer­den Din­ge als „fake“ und „weird“ statt „un­echt“ und „ko­misch“ be­zeich­net.

Nach­tei­le von An­gli­zis­men in Mar­ke­ting­tex­ten

Ist das jetzt schlecht? Nicht per se. Aber An­gli­zis­men in Mar­ke­ting­tex­ten brin­gen ei­ni­ge Nach­tei­le mit sich, wes­halb ihr Ein­satz wohl über­legt sein soll­te.

1. Ein­ge­schränk­te Ver­ständ­lich­keit

Eng­lisch kann jede/r? Falsch. Und selbst die, die es mei­nen zu kön­nen, lie­gen mit ih­rer Ein­schät­zung nicht im­mer rich­tig.

Nur weil die ein­zel­nen Wor­te be­kannt sind, heißt das nicht, dass auch der Ge­samt­be­griff ver­stan­den wird. Bes­tes Bei­spiel da­für ist nach wie vor der (in­zwi­schen ad ak­ta ge­leg­te) Slo­gan der Dro­ge­rie­ket­te Dou­glas „Co­me in and find out.“

2. Schlech­ter Stil

Ge­up­datet, ge­backup­ped und up­ge­gra­det: Ge­ra­de eng­li­sche Ver­ben nach deut­schen Re­geln kon­jun­giert hö­ren sich oft an, wie wenn Yo­ko Ono singt. Und oft wird es ein­fach nicht rich­tig ge­macht.

3. Bla­ma­ge-Ge­fahr

Ver­wen­det man ein Wort oder ei­nen eng­li­schen Aus­druck wo­mög­lich un­wis­sent­lich falsch? Und was, wenn man nach ei­ner Über­set­zung oder Er­klä­rung ge­fragt wird, aber fest­stellt, dass man da­zu gar nicht in der La­ge ist?

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Wann An­gli­zis­men in Mar­ke­ting­tex­ten ok sind

Wer ein brei­tes Pu­bli­kum an­spricht, soll­te tun­lichst auf An­gli­zis­men in Mar­ke­ting­tex­ten ver­zich­ten. So ist si­cher­ge­stellt, dass das Ge­schrie­be­ne auch ver­stan­den wird.

Al­ler­dings kön­nen An­gli­zis­men in man­chen Tex­ten ein Aus­druck von Ex­per­ti­se sein. Ist die Ziel­grup­pe ein Fach­pu­bli­kum und ihr Jar­gon von An­gli­zis­men ge­prägt, soll­ten Sie die­se auch ver­wen­den, um zu si­gna­li­sie­ren, dass Sie sich aus­ken­nen.

Ge­ne­rell bie­ten sich An­gli­zis­men (und Be­grif­fe an­de­rer Spra­chen) an, um Tex­te auf­zu­lo­ckern. Plötz­lich auf ei­nen fremd­spra­chi­gen Be­griff zu sto­ßen, weckt Auf­merk­sam­keit. Es ist ein Eye­cat­cher, wenn man so will.

Au­ßer­dem sind na­tür­lich nicht al­le An­gli­zis­men gleich. Ei­ni­ge ver­wen­den wir auch ein­fach des­halb, weil es kei­ne ad­äqua­te deut­sche Ent­spre­chung gibt, et­wa Com­mu­ni­ty, Con­tent oder Feed.

So we­nig An­gli­zis­men wie mög­lich, so viel wie nö­tig

Idea­ler­wei­se ken­nen Sie die Ziel­grup­pe Ih­rer Tex­te gut ge­nug, um ein­schät­zen zu kön­nen, ob Ih­re Wort­wahl dem Ni­veau der Leser*innen ent­spricht. Tex­te, die ein sehr di­ver­ses Pu­bli­kum an­spricht, soll­ten so ein­fach und ver­ständ­lich wie mög­lich sein.

An­gli­zis­men sind nicht ge­ne­rell schlecht. Die Mas­se und der rich­ti­ge Ein­satz ma­chen es. Mein Tipp lau­tet aber: Wenn Sie ein ad­äqua­tes deut­sches Wort ver­wen­den kön­nen, tun sie es!

Üb­ri­gens: Als aus­ge­bil­de­te Über­set­ze­rin ha­be ich rein gar nichts ge­gen Eng­lisch. Ich mag die Spra­che so­gar noch ein klei­nes biss­chen lie­ber als Deutsch. Aber als Tex­te­rin ist es mein Job, ge­nau über Spra­che nach­zu­den­ken und der über­mä­ßi­ge Ge­brauch von An­gli­zis­men er­gibt für mich kei­nen Sinn.

Fo­to von Al­do De La Paz auf Unsplash

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