3 x 3 Feh­ler, die man beim Blog schrei­ben ver­mei­den soll­te

Fehler, die man beim Blog schreiben vermeiden sollte, um gefunden und gelesen zu werden

Als wür­den Re­cher­che, Ein­pfle­gen und Ver­brei­ten von Ar­ti­keln nicht schon ge­nug Ar­beit ma­chen, gibt es beim ei­gent­li­chen Blog schrei­ben noch ei­ne gan­ze Rei­he De­tails, auf die man ach­ten soll­te, da­mit das Ge­schrie­be­ne im In­ter­net ge­fun­den und tat­säch­lich ge­le­sen wird.

Ich se­he drei gro­ße Be­rei­che, wo sich Feh­ler ger­ne häu­fen:

  • Zwi­schen­über­schrif­ten
  • Links
  • der ei­gent­li­che Text

Feh­ler­quel­le Zwi­schen­über­schrif­ten

Hier und da mal in fett was zwi­schen die Ab­sät­ze ge­schrie­ben – mehr sind Zwi­schen­über­schrif­ten doch nicht, oder?

Non, non, non! An­ders als im Print, wo es ganz nett wä­re, wenn die ein oder an­de­re Zwi­schen­über­schrif­ten in ei­nem län­ge­ren Tex­te vor­kä­me, kön­nen sie im In­ter­net über „wird ge­le­sen“ und „schnell weg hier“ ent­schei­den.

Feh­ler 1: Kei­ne Zwi­schen­über­schrif­ten ma­chen

Zwi­schen­über­schrif­ten sind wie Weg­wei­ser durch den Text. Sie zei­gen Leser*innen um was es wo geht. Das ist für sie hilf­reich, um zu er­ken­nen, wo die In­for­ma­tio­nen ste­cken, nach de­nen sie su­chen.

Stel­len wir uns vor, ein Blog­post von 900 Wor­ten ent­hiel­te kei­ne Zwi­schen­über­schrif­ten. Er wür­de am Bild­schirm wahn­sin­nig lan­ge er­schei­nen. Der User wür­de an­fan­gen zu le­sen und viel­leicht ist die Hin­füh­rung zum The­ma im ers­ten Ab­satz nicht nach sei­nem Ge­schmack. Im zwei­ten Ab­satz ste­cken nur In­for­ma­tio­nen, die er schon kennt. Und der In­halt des drit­ten Ab­sat­zes ist ihm ein­fach wurscht. Spä­tes­tens dann zieht er von dan­nen und ver­sucht sein Glück bei ei­nem an­de­ren Post auf ei­nem an­de­ren Blog. Denn wo­her soll er wis­sen, ob das, was er le­sen will, noch kommt?

Ent­hält der Bei­trag hin­ge­gen Zwi­schen­über­schrif­ten, kann er sich raus­pi­cken, wel­che Ab­schnit­te er igno­riert und wel­chen er sich wid­met. Er be­kommt an­ge­zeigt: „Hey, hier geht es um die­sen Aspekt. Aber das weißt du ja schon. Lies ein­fach im nächs­ten Ab­schnitt wei­ter“. Das macht ihn glück­lich und er bleibt län­ger auf der Sei­te (das ist gut, weil die Ver­weil­dau­er ein wich­ti­ger Ran­king­fak­tor ist).

Über­flie­ger: Im In­ter­net le­sen die we­nigs­ten Men­schen ei­nen Text von An­fang bis En­de. Denn Le­sen am Bild­schirm ist an­stren­gend. Statt­des­sen über­flie­gen sie ihn, um her­aus­zu­fin­den, ob die Lek­tü­re sich lohnt. Die­se Le­sestra­te­gie wird auch als Skim­ming oder Scan­ning be­zeich­net.

Feh­ler 2: Zwi­schen­über­schrif­ten nicht hier­ar­chisch struk­tu­rie­ren

Struk­tur be­deu­tet nicht nur Auf­tei­lung, son­dern auch Hier­ar­chie. Nicht um­sonst gibt es ver­schie­de­ne Über­schrif­ten­for­ma­te, von H1 bis H4.

Die H1 ist im­mer die Über­schrift des Blog­posts. Die ers­te Zwi­schenüber­schrift ist dann ei­ne H2. Wenn un­ter ihr meh­re­re Punk­te des glei­chen Aspek­tes be­han­delt wer­den, dann soll­ten die­se mit ei­ner H3 über­schrie­ben wer­den.

Ein Bei­spiel: Der Blog­ti­tel (die H1) lau­tet „Was ist Ve­ga­nis­mus?“. Ei­ne H2 könn­te lau­ten „Vor­tei­le ve­ga­ner Er­näh­rung“. Die H3s dar­un­ter z. B. „Kli­ma­schutz“, „Tier­wohl“ und „Ge­sund­heit“.

Ver­glei­chen wir das Prin­zip mit Li­te­ra­tur, so wä­re die H1 der Ti­tel des Bu­ches, die H2 Tei­le des Buchs, H3 ein Ka­pi­tel und die H4 ein Ab­schnitt ei­nes Ka­pi­tels, et­wa wenn sich das Er­zähl­te über meh­re­re Ta­ge er­streckt und die­se in­ner­halb ei­nes Ka­pi­tels ein­zeln auf­ge­lis­tet wer­den (H4s sind in Blog­posts ge­nau so sel­ten wie in Bü­chern).

Feh­ler 3: Zwi­schen­über­schrif­ten un­prä­zi­se for­mu­lie­ren

Trotz der Ähn­lich­keit zur Bel­le­tris­tik aus dem letz­ten Ab­schnitt, soll­te man sich beim Schrei­ben von Zwi­schen­über­schrif­ten bei ei­nem Blog nicht li­te­ra­risch ver­aus­ga­ben.

Cle­ve­re For­mu­lie­rung oder ein ge­wief­ter Wort­witz sind su­per. Aber nicht in der Zwi­schen­über­schrift.

Fak­ten in die Zwi­schen­über­schrift, Fa­xen in den Fließ­text.

Zwi­schen­über­schrif­ten soll­ten kon­kret for­mu­liert sein. Sie sol­len klar ma­chen: „Nun geht es um die­sen Aspekt, lie­be Le­se­rin“. Ent­spre­chend soll­ten sie , na­ja, lang­wei­lig sein.

Feh­ler­quel­le Links

Links sind das, was Blogs ein­zig­ar­tig ma­chen. Ja, auch wis­sen­schaft­li­che Ar­bei­ten und man­che Sach­bü­cher lis­ten Quel­len oder wei­ter­füh­ren­de Tex­te auf. Aber nur in Blog­posts kann man die­se mit nur ei­nem Klick di­rekt auf­ru­fen und le­sen.

Links sind auch ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um für die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Wer al­so mit sei­nen Bei­trä­gen ran­ken möch­te, soll­te beim Blog schrei­ben sei­ne Füß­chen von die­sen SEO-Fett­näpf­chen fern hal­ten.

Feh­ler 4: Kei­ne spre­chen­den Links ver­wen­den

Ganz oft wird ‘hier’ als An­ker­text für ei­nen Link ver­wen­det. ‘Hier’ und ähn­li­che Wor­te ha­ben aber für Such­ma­schi­nen kei­ne Aus­sa­ge­kraft. Sie sa­gen ih­nen nicht, wel­che In­for­ma­tio­nen auf der Ziel­sei­te zu fin­den sind.

Links soll­ten des­halb im­mer hin­ter Wör­tern hin­ter­legt wer­den, die et­was über das Link­ziel aus­sa­gen. Denn um­so mehr Goog­le über ei­ne Sei­te weiß, des­to wahr­schein­li­cher ist es, dass sie bei re­le­van­ten Such­an­fra­gen als Er­geb­nis aus­ge­spuckt wird.

Falsch: „Ent­de­cken Sie hier un­se­re Ba­de­män­tel aus Bio-Baum­wol­le.„
Rich­tig: „Ent­de­cken Sie hier un­se­re Ba­de­män­tel aus Bio-Baum­wol­le.“

Ein häufiger Fehler beim Blog schreiben: Die Verlinkung des Wörtchens 'hier'
Wenn Sie von nun an beim Ver­lin­ken von „hier“ im­mer an Do­nald Trump im Ba­de­man­tel den­ken und es dann un­ter­las­sen, ist mei­ne Ar­beit ge­tan.

Feh­ler 5: Kei­ne ex­ter­nen Quel­len ver­lin­ken

Scheu, frem­de Ar­ti­kel, an­de­re Web­siten oder so­gar An­bie­ter zu ver­lin­ken, ist fehl am Platz. Aus­ge­hen­de Links zei­gen, dass für ei­nen Bei­trag aus­führ­lich re­cher­chiert wur­de, und sie bie­ten Mehr­wert für Leu­te, die ei­ne Kauf­ent­schei­dung tref­fen oder tie­fer in ein The­ma ein­stei­gen möch­ten.

Ein Blog­post ist kei­ne wis­sen­schaft­li­che Ar­beit. Des­halb soll­ten die Quel­len oder wei­ter­füh­ren­de In­for­ma­tio­nen im Text ver­linkt und nicht als Ver­wei­se am En­de des Bei­trags an­ge­hängt wer­den.

Feh­ler 6: Das Key­word ver­lin­ken

In­ter­ne Links, al­so zu an­de­ren Sei­ten der ei­ge­nen Web­site oder an­de­ren Bei­trä­gen, sind wich­tig. Je­doch soll­te da­bei nicht das Key­word des ak­tu­el­len Posts als An­ker­text ver­wen­det wer­den.

Denn das ver­wirrt Goog­le. Mit dem Key­word wird der Such­ma­schi­ne si­gna­li­siert, wo­von ein Bei­trag han­delt. Wenn nun eben­die­ses Key­word ver­linkt wird, er­hält Goog­le aber die In­for­ma­ti­on, dass die Ziel­sei­te eben­falls In­for­ma­tio­nen zu die­sem The­ma ent­hält.

Feh­ler­quel­le Text

Feh­ler 7: Of­fen­si­ve Wer­bung ma­chen

Wer mit sei­nen Blog­bei­trä­gen Con­tent-Mar­ke­ting be­trei­ben will, al­so aus­führ­li­che, sach­li­che Ar­ti­kel mit Mehr­wert, die bei in­ter­es­sier­ten Leser*innen Ver­trau­en in die ei­ge­ne Marke/Produkte/Dienstleistungen we­cken soll schreibt, soll­te tun­lichst auf un­ter­schwel­li­ge Wer­bung ver­zich­ten.

Denn die Be­to­nung bei Con­tent-Mar­ke­ting liegt auf Con­tent, nicht auf Mar­ke­ting. Wenn ei­ne po­ten­zi­el­le Kun­din bei ih­rer Re­cher­che zu ei­nem be­stimm­ten Pro­dukt die Zeit in­ves­tiert, ei­nen lan­gen Blog­post ei­nes Un­ter­neh­mens zu le­sen, möch­te sie, dass es sich lohnt. Nicht, dass ihr nur Wer­be­flos­keln ser­viert wer­den.

Ja, es ist leicht, beim Schrei­ben ei­nes Blogs über die ei­ge­nen Pro­duk­te in Wer­bung zu ver­fal­len. Schließ­lich ist das ul­ti­ma­ti­ve Ziel, zu ver­kau­fen. Aber für pla­ka­ti­ve Wer­bung gibt es an­de­re For­ma­te (Goog­le Ads, Mai­lings, Ka­ta­lo­ge).

Con­tent-Mar­ke­ting in Form von Blog­ar­ti­keln hat mehr Po­ten­zi­al, von kauf­wil­li­gen Leu­ten ge­fun­den zu wer­den. Mit Mehr­wert kann man sie über­zeu­gen, ei­ne Be­zie­hung zu ih­nen auf­bau­en und sie letzt­end­lich als Kun­den ge­win­nen. Mit pla­ka­ti­ver Wer­bung schreckt man sie ab.

Feh­ler 8: Nicht die Spra­che der Ziel­grup­pe ver­wen­den

Sie schrei­ben Ih­ren Blog nicht für sich, son­dern für Ih­re Leser*innen. Die­se soll­ten Sie ken­nen, da­mit Sie auch ih­re Spra­che spre­chen kön­nen.

Denn ein Blo­bei­trag, der vor Fach­aus­drü­cken (oder un­be­kann­ten An­gli­zis­men) wim­melt, die vom User nicht ver­stan­den wer­den, ist nichts wert – auch wenn er su­per bei Goog­le rankt.

Feh­ler 9: Nicht blog­gen

Wie­so über­haupt ei­nen Blog schrei­ben? Gibt’s ja schon so vie­le. Über das The­ma hat der ge­schrie­ben, über die­sen Aspek­te die. Al­les, mit dem Sie sich aus­ken­nen, wur­de schon be­han­delt. Sämt­li­che In­for­ma­tio­nen sind schon da drau­ßen, im welt­wei­ten Web. Blog­gen lohnt sich ja gar nicht.

Das ist ei­ne fa­ta­le Denk­wei­se – und, mit Ver­laub, sehr un­lo­gisch. Denn Sie stel­len ja auch nicht den Ver­kauf Ih­rer Pro­duk­te ein, weil an­de­re Fir­men die­se auch an­bie­ten.

2018 gab es in Deutsch­land 65 000 Un­ter­neh­men mit mehr als 50 Mit­ar­bei­te­rIn­nen. Nicht je­de die­ser Fir­men macht et­was kom­plett ein­zig­ar­ti­ges. Es gibt min­des­tens ein Dut­zend Su­per­markt­ket­ten, Tau­sen­de Ein­zel­han­dels­ge­schäf­te, 33 000 deut­sche Mi­cro­soft-Part­ner. Die Mo­no­po­lis­ten hin­ge­gen sind rar.

Dem­entspre­chend wird es auch schon Blogs zu Ih­rem The­ma ge­ben. Aber das heißt nicht, dass Sie nicht blog­gen soll­ten. Es gibt ganz vie­le Grün­de, war­um Sie es ge­ra­de des­halb tun soll­ten:

  • Es zeigt, dass Be­darf an In­for­ma­ti­on herrscht.
  • Wer sagt, dass User die­se Bei­trä­ge mö­gen oder hilf­reich fin­den?
  • Viel­leicht ha­ben Sie ei­ne Spe­zia­li­sie­rung, die an­de­re nicht ha­ben.
  • Sie ha­ben Ih­re ei­ge­ne Per­spek­ti­ve auf ein The­ma, die Sie von Ih­ren Mitbewerber*innen ab­hebt.
  • Sie wis­sen mög­li­cher­wei­se noch ein klein biss­chen mehr als An­de­re.
  • Sie ha­ben ei­nen an­de­ren Schreib­stil.
  • Sie kön­nen Ih­re Ar­ti­kel mit mehr Zah­len un­ter­füt­tern.
  • Sie ha­ben mehr Er­fah­rung.
  • Sie kön­nen auf ein an­de­res Key­word op­ti­mie­ren.
  • Wenn Sie nicht blog­gen, be­kom­men Sie kei­nen Teil die­ses Traf­fics ab.

Blog schrei­ben lohnt sich, auch wenn es vie­le an­de­re schon tun. Al­so los!


Fo­to by BRUNO CERVERA auf Unsplash

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