Tools für Texter

Die 6 bes­ten Texter-Tools

Was ha­ben Texter*innen ei­gent­lich ge­macht, be­vor es Goog­le gab? Wie konn­ten sie oh­ne die Wort­zähl-Funk­ti­on von Word je­mals si­cher ge­hen, ge­nug ge­schrie­ben zu ha­ben? Als 21st Cen­tu­ry Co­py­wri­ter, ver­wöhnt mit ei­ner My­ria­de von Tex­ter-Tools, will man sich das gar nicht ausmalen.

Heu­te ha­ben wir ja die­sen Lu­xus, aber vie­le ken­nen die Tools gar nicht, die ih­nen die Ar­beit er­leich­tern kön­nen. Des­halb stel­le ich hier ein paar mei­ner liebs­ten di­gi­ta­len Werk­zeug fürs Schrei­ben vor.

Tools für ein or­ga­ni­sier­tes Texterleben

Die meis­ten Tex­ter ver­öf­fent­li­chen kei­ne „Stream of Con­scious­ness“-Wer­ke. In­halt­li­che Struk­tur ist sehr wich­tig und ich ge­he in al­len Pha­sen des Schrei­bens struk­tu­riert vor (ok, meis­tens). Die­se Werk­zeu­ge hel­fen mir dabei.

1. Trel­lo: Fröh­li­ches Kacheln-Umherschieben

Trello als Content Plan - Übersicht über ein Board

Trel­lo ist ein ziem­lich simp­les Pro­jekt­ma­nage­ment-Tool, das man im Brow­ser nutzt. Es ba­siert auf der Kan­ban-Me­tho­de: Man or­ga­ni­siert sei­ne Auf­ga­ben in Lis­ten und schiebt die­se Auf­ga­ben (Ka­cheln) bei ei­ner Sta­tus­än­de­rung von der ei­nen in die an­de­re Lis­te, z.B. von „To do“ in „Do­ing“ und an­schlie­ßend in „Do­ne“.

So kann Texter*in al­le Auf­ga­ben, die so an­fal­len sam­meln und or­ga­ni­siert be­ar­bei­ten. Zum Bei­spiel kann man mit Trel­lo auch ei­nen Re­dak­ti­ons­plan erstellen.

Prak­tisch sind für mich vor al­lem zwei Funk­tio­nen. Ers­tens kann ich mir auf je­der Kar­te No­ti­zen ma­chen und zwei­tens ei­ne Check­lis­te er­stel­len, die mir je­der­zeit den Fort­schritt mei­ner Auf­ga­be an­zeigt (z. B. 34 in der Haupt­an­sicht und 75 % in der Kartenansicht).

2. OneNote: Re­cher­chen nie mehr ohne

Microsoft OneNote ist ein praktisches Tool für Texter

OneNote ist ein di­gi­ta­les No­tiz­buch und Teil von Mi­cro­soft 365 (frü­her: Of­fice 365 – Mi­cro­soft hat ei­nen Pro­duktum­be­nen­nungs­wahn). No­tiz­buch + Tex­te­rin = gro­ße Lie­be. Das ist ge­ne­rell der Fall, aber be­son­ders bei der Re­cher­che ist OneNote unersetzlich.

Ja, das ich mir ver­schie­de­ne „Ka­pi­tel“ mei­nes No­tiz­buchs an­le­gen kann mit wie­der­um ein­zel­nen Sei­ten ist ganz toll. Aber das wirk­lich Nütz­li­che ist, dass OneNote beim Rein­ko­pie­ren von Text die Quel­le vermerkt.

Wenn ich al­so bei der Re­cher­che ei­nen Ar­ti­kel le­se und mir ei­nen be­son­ders re­le­van­ten Ab­satz raus­ko­pie­re, steht au­to­ma­tisch die URL des Ar­ti­kels da­bei. Wenn ich dann näm­lich spä­ter beim Schrei­ben sit­ze und mir ir­gend­wie doch der Kon­text fehlt, kli­cke ich ein­fach auf die Quel­le und kann mir das Gan­ze noch­mal von An­fang bis En­de zu Ge­mü­te führen.

Au­ßer­dem mag ich die „Block“-Funktion von OneNote. Da­bei kann man auf ei­ner Sei­te Tex­te oder Ele­men­te als ei­gen­stän­di­ge Ele­men­te ein­fü­gen, ih­re Grö­ße an­pas­sen und sie an ei­nem an­de­ren Ort auf der Sei­te ver­schie­ben. Am An­fang mei­ner Re­cher­chen su­che ich mir für ge­wöhn­lich al­les wild zu­sam­men, was ir­gend­wie zum The­ma passt. OneNote er­mög­licht es mir spä­ter, Ord­nung in die­ses Cha­os zu brin­gen und mei­ne Aus­beu­te durch Her­um­schie­ben der Blö­cke the­ma­tisch zu strukturieren.

Alarm & Uhr: Simp­les Tex­ter-Tool für mehr Produktivität

Texter-Tool, um produktiv zu arbeiten: Alarm & Uhr

„Alarm & Uhr“ ist ei­ne stan­dard­mä­ßi­ge Win­dows-An­wen­dung, die we­nig Leu­te ken­nen und noch we­ni­ger ver­wen­den. Bei mir ist das Tool täg­lich im Ein­satz, um mich als Tex­te­rin pro­duk­tiv zu halten. 

In der App gibt es näm­lich die Funk­ti­on „Zeit­ge­ber“. Dort kann man sich qua­si ei­ne di­gi­ta­le Ei­er­uhr stel­len. Das ver­wen­de ich, um mit der Po­mo­do­ro-Me­tho­de kon­zen­triert zu ar­bei­ten. Ich ha­be vier Zeitgeber:

  • 25 Mi­nu­ten
  • 50 Mi­nu­ten
  • 5 Mi­nu­ten
  • 10 Mi­nu­ten

Bei Po­mo­do­ro ar­bei­tet man ent­we­der 50 Mi­nu­ten oder 25 Mi­nu­ten kon­zen­triert und un­ter­bre­chungs­frei an ei­ner Auf­ga­be, macht an­schlie­ßend 10 bzw. 5 Mi­nu­ten Pau­se und fährt dann mit der nächs­ten Ar­beits­ein­heit fort. Klappt super!

Kann man da­für nicht auch ein­fach den Count­down auf dem Smart­pho­ne nut­zen? Ja, klar. Aber wie wir wis­sen ist ein griff­be­rei­tes Han­dy der Kon­zen­tra­ti­on nicht un­be­dingt zuträglich.

Stets kor­rekt tex­ten mit duden.de

Wenn duden.de „War­tung, die“ an­zeigt, ist es ein schwar­zer Tag. Dann ist näm­lich die Web­site down. Und was macht man als Tex­te­rin oh­ne sein ver­läss­lichs­tes Tool? (Ja, ich weiß, es gibt ähn­li­che Sei­ten, aber ich hän­ge an mei­nem gel­ben Freund.)

Auf duden.de schaue ich nicht nur nach, wie ein Wort kor­rekt ge­schrie­ben wird (Rhyth­mus oder Ryth­mus? Ich wer­de es mir nie mer­ken kön­nen.), son­dern manch­mal auch in wel­chen Kom­bi­na­tio­nen es ver­wen­det wird. Manch­mal mag mir näm­lich ein­fach nicht ein­fal­len, was man mit ei­nem Ur­teil macht oder wie ein Ge­schmack sein kann. Dann dü­se ich zum rich­ti­gen Wort­ein­trag auf duden.de, scrol­le nach un­ten bis zum Be­reich „Ty­pi­sche Ver­bin­dun­gen“ und fil­te­re dann nach der Wort­art, die ich su­che (Sub­stan­tiv, Verb, Ad­jek­tiv) und schon fällt es mir wie Schup­pen aus den Haaren!

Prak­tisch sind oft­mals auch die ge­lis­te­ten Syn­ony­me, aber ich muss zu­ge­ben, dass ich da­für meist „[Wort] Syn­onym“ google.

Mi­cro­soft Word: Ein Tool, das Tex­tern Zeit spa­ren kann

Es ist mir ein voll­kom­me­nes Rät­sel, wo der Hass auf Mi­cro­soft Word in der bü­ro­ar­bei­ten­den Be­völ­ke­rung her­kommt. Wenn du dich über Word auf­regst, kannst du es nicht rich­tig be­die­nen – mei­ne Mei­nung. Ich ha­be mit ge­nug Mi­cro­soft-Pro­gram­men ge­ar­bei­tet, um zu be­rich­ten, dass Word bes­ser funk­tio­niert als die rest­li­che Pro­dukt­pa­let­te des Konzerns.

Wie spart man in Word Zeit? For­mat­vor­la­gen! Wer sei­ne Über­schrif­ten schon in Word for­ma­tiert, ist beim Ein­pfle­gen in Wor­d­Press fi­xer. Das gilt üb­ri­gens auch für das Hin­ter­le­gen von Links.

Auch un­ver­zicht­bar: Wör­ter zählen. 

Viel­leicht bin ich kon­di­tio­niert, aber ich fin­de die Än­de­rungs­nach­ver­fol­gungs­funk­ti­on in Word sehr viel nut­zer­freund­li­cher als die von Goog­le Docs oder – Gott be­wah­re – No­ti­on. Wie man ge­nau da­mit ar­bei­tet ha­be ich vor ein paar Jah­ren schon mal hier er­klärt: Än­de­run­gen nach­ver­fol­gen in Mi­cro­soft Word

Ein sel­ten ge­nutz­tes, aber ur-prak­ti­sches Tool, wenn bei der Tex­te­rin ir­gend­wann die Be­triebs­blind­heit ein­ge­setzt hat: die Vor­le­se­funk­ti­on. Hört man sei­nen Text, statt ihn selbst zu le­sen, fal­len Feh­ler auf wie Frau­en in der AfD.

Yoast SEO: Klei­nes Hel­fer­lein, um er­folg­reich zu texten

Er­folg ist na­tür­lich De­fi­ni­ti­ons­sa­che. Bei den key­wor­d­op­ti­mier­ten Blog­ar­ti­keln, die ich für mei­ne Kund*innen schrei­be, ist Er­folg, wenn sie auf Sei­te 1 bei Goog­le ran­ken, um von mög­lichst vie­len Men­schen ge­fun­den und ge­le­sen zu werden. 

Da­bei hilft mir das Wor­d­Press-Plug-In „Yoast SEO“ – selbst in der kos­ten­frei­en Ver­si­on. In das klei­ne Feld­chen am En­de des Bei­trags gibt man das Key­word, auf das man op­ti­mie­ren möch­te ein, und das Tool zeigt die Kri­te­ri­en an, die zu er­fül­len sind, da­mit der Post mög­lichst gut ge­fun­den wird. Macht man das gut, leuch­ten grü­ne Smi­leys auf; gibt es noch was ver­bes­sern, zei­gen sie oran­ge; und wenn es wirk­lich gar nicht geht, grüßt ein ro­ter Frownie.

Al­le die­se Kri­te­ri­en ken­ne ich na­tür­lich selbst und bräuch­te da­für ei­gent­lich kei­nen tech­ni­schen Hel­fer. Aber scha­den kann es auch nicht, denn man mun­kelt, dass auch ich ab und an was ver­ges­se, da mensch­lich. Yoast SEO ist nicht mensch­lich und ver­gisst des­halb nie et­was. Das ist Stär­ke und Schwä­che zu­gleich, denn wäh­rend es scho­nungs­los al­le Kri­te­ri­en kon­trol­liert, kann es eben auch nicht zwi­schen den Zei­len le­sen wie ein Mensch. Des­halb soll­te man sich auch nicht ver­rückt ma­chen las­sen und auf Bie­gen und Bre­chen über­all grü­ne Lämp­chen er­rei­chen wollen.

Fa­zit

Es gibt ei­ne gan­ze Rei­he hilf­rei­cher Tex­ter-Tools da drau­ßen. Sie hel­fen ei­nem Zeit zu spa­ren, or­ga­ni­sier­ter zu ar­bei­ten, pro­duk­ti­ver zu schrei­ben und vie­le mehr. (Aber manch­mal tut es auch ein­fach das gu­te, al­te Notizbuch.)

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