Was ist Con­tent-Mar­ke­ting und was bringt es?

Erklärung von Content-Marketing und seinen Vorteilen

„Aaah, Wer­bung durch die Hin­ter­tür!“, re­sü­mier­te mein Va­ter, nach­dem ich ihm er­klärt hat­te, was Con­tent-Mar­ke­ting sei.

Was er auf vier Wor­te her­un­ter­ge­bro­chen hat­te, be­schreibt On­line-Mar­ke­ting Gu­ru Neil Pa­tel als „Lang­zeit-Stra­te­gie, die auf ein star­kes Kun­den­ver­hält­nis baut, in­dem kon­stant wert­vol­le und re­le­van­te In­hal­te ge­lie­fert wer­den.“

Pa­tels Er­klä­rung ist zwar de­tail­lier­ter, Va­ters Ver­kür­zung trifft den Na­gel den­noch auf den Kopf. Denn das ul­ti­ma­ti­ve Ziel von Con­tent-Mar­ke­ting – wie je­der an­de­ren Form des Mar­ke­tings auch – ist es, zu ver­kau­fen. Und zwar so­wohl Pro­duk­te als auch Dienst­leis­tun­gen, an be­stehen­de Kund*innen wie an neue.

Nur Con­tent-Mar­ke­ting tut das nicht so of­fen­sicht­lich wie die klas­si­sche Wer­bung.

Was ist an Con­tent-Mar­ke­ting an­ders?

Wie der Na­me schon an­deu­tet, steht Con­tent (zu deutsch: In­hal­te) im Mit­tel­punkt. Text, Vi­deo, Au­dio, Gra­fi­ken. Aber nicht ir­gend­wie lieb­los hingeschrieben/gefilmt/aufgenommen. Die In­hal­te müs­sen hoch­wer­tig und für die je­wei­li­ge Ziel­grup­pe re­le­vant sein.

Das Zau­ber­wort lau­tet „Mehr­wert“.

Die­ser kann in fol­gen­de For­ma­ten ver­packt sein:

  • Text: z.B. Blog­bei­trä­ge, White­pa­pers, News­let­ter, E‑Books
  • Vi­de­os: z.B. Tu­to­ri­als, Ex­per­ten­in­ter­views, We­bi­na­re
  • Au­dio: z.B. Pod­casts
  • Gra­fi­ken: z.B. In­fo­gra­fi­ken

An­ders als im tra­di­tio­nel­len Mar­ke­ting geht es al­so nicht dar­um, ein­gän­gi­ge Wer­be­sprü­che oder An­zei­gen mit ho­hem Wie­der­erken­nungs­wert zu pro­du­zie­ren, son­dern lang­for­ma­ti­ge, gut re­cher­chier­te, wer­be­freie In­hal­te.

Ein Bei­spiel
Neh­men wir an, ei­ne Uh­ren­fir­ma hat ei­ne neu­es Mo­dell für jun­ge Frau­en auf den Markt ge­bracht. In der klas­si­schen Wer­bung wür­de sie Wer­be­an­zei­gen in Zei­tun­gen und Ma­ga­zi­nen bu­chen. Sie wür­de sich ei­nen prä­gnan­ten Spruch (na­tür­lich auf Eng­lisch!) aus­den­ken, viel­leicht „on time & on fleek“. Sie wür­de wahr­schein­lich ei­nen Wer­be­spot dre­hen las­sen, in dem ei­ne lang­bei­ni­ge Da­me im kur­zen Rock die Uhr trägt und ganz ent­spannt zu ih­rem Date stol­ziert statt has­tig in die Bar zu ren­nen und dann – Mist, aber auch! – mit dem Stö­ckel ih­rer High-Heels im Lüf­tungs­schacht hän­gen zu blei­ben.
Im Con­tent-Mar­ke­ting wür­de der Her­stel­ler die Uhr auf sei­ner Web­site aus­gie­big vor­stel­len und dann auf auf sei­nem Blog Bei­trä­ge ver­öf­fent­li­chen, die Mehr­wert rund um das The­ma Uhr lie­fern, et­wa „5 Tipps, um pünkt­li­cher zu sein“ oder „Wie du die rich­ti­ge Arm­band­uhr für dei­nen Style fin­dest“.

War­um lohnt sich Con­tent-Mar­ke­ting?

Die Vor­tei­le der re­gel­mä­ßi­gen, hoch­wer­ti­gen Con­tent-Pro­duk­ti­on sind zahl­reich und grei­fen in­ein­an­der.

Goog­le-Ran­king

Fürs Con­tent-Mar­ke­ting ist Goog­le so­was wie ein äl­te­re Bru­der, den man un­be­dingt be­ein­dru­cken möch­te. Und Goog­le be­han­delt Con­tent-Mar­ke­ting wie ei­ne Groß­mutter ih­ren En­kel: Sie be­lohnt ihn mit Scho­ko­la­de, wenn er brav war.

Ge­ra­de Blog­bei­trä­ge, sind op­ti­mal, um mit re­le­van­ten Key­words bei Goog­le ge­fun­den zu wer­den. Denn gu­ter Con­tent wird von Goog­le an­er­kannt: Das Ran­king der ge­sam­ten Sei­te ver­bes­sert sich.

Traf­fic­quel­le

Wer im Netz bes­ser zu fin­den ist, be­kommt folg­lich mehr Traf­fic auf sei­ne Web­site. Und zwar re­le­van­ten: Be­su­cher, die wirk­lich am je­wei­li­gen An­ge­bot in­ter­es­siert sind (schließ­lich su­chen sie aus ei­nem Grund da­nach).

66 Pro­zent der be­frag­ten Un­ter­neh­men in der Con­tent-Mar­ke­ting-Stu­die 2017 be­rich­te­ten, dass Con­tent-Mar­ke­ting ih­nen zu mehr Web­site-Be­su­chern ver­hilft.

Und wenn der Con­tent Usern wirk­lich kon­sis­tent Mehr­wert bie­tet, wer­den sie auch im­mer wie­der auf die Web­site zu­rück­keh­ren.

Mar­ken­be­kannt­heit

Mit re­le­van­ten Con­tent kön­nen Un­ter­neh­men schon vor dem Kauf mit ih­ren Kund*innen in Kon­takt kom­men. Durch re­gel­mä­ßi­ge, re­le­van­te Bei­trä­ge wird die Ziel­grup­pe auf sie auf­merk­sam, noch be­vor sie ak­tiv auch An­bie­ter­su­che ist.

Die­se Mar­ken­be­kannt­heit führt auch zur Eta­blie­rung ei­nes Ex­per­ten­sta­tus. Wer als ver­läss­li­che In­for­ma­ti­ons­quel­le gilt, wirkt wie­der­um als An­bie­ter se­ri­ös.

Ver­trau­en und Sym­pa­thie

Ein zen­tra­ler Punkt des Con­tent-Mar­ke­ting ist die An­nah­me, dass Verbraucher*innen von rei­ße­ri­scher, un­glaub­wür­di­ger Wer­bung die Na­se voll ha­ben. Dass sie Wer­be­slo­gans und ‑ver­spre­chen durch­schau­en und die­se des­halb ih­re Wir­kung ver­lo­ren ha­ben.

„The best mar­ke­ting does­n’t feel li­ke mar­ke­ting.“

Con­tent-Mar­ke­ters set­zen des­halb dar­auf, ih­re Ziel­grup­pe mit In­hal­ten zu über­zeu­gen, die sach­lich sind und Mehr­wert bie­ten (die ein­gangs er­wähn­te Hin­ter­tür).

Nied­ri­ge Kos­ten

An­ders als Wer­be­spots oder Druck­sa­chen er­for­dert Con­tent-Mar­ke­ting kein Start­ka­pi­tal. Es fal­len kei­ne Ma­te­ri­al- oder Dis­tri­bu­ti­ons­kos­ten an. Na­tür­lich er­for­dert es Res­sour­cen, aber sie sind ver­gleichs­wei­se ge­ring.

Lang­le­big­keit

Ein Wer­be­fly­er geht schnell ver­lo­ren. Ein Ka­ta­log ist nur ei­ne Sai­son ak­tu­ell. Aber hilf­rei­che Blog­bei­trä­ge wer­den im­mer wie­der ge­le­sen und gu­te Vi­de­os auch noch in ei­nem hal­ben Jahr an­ge­se­hen. Und für den Groß­teil des di­gi­ta­len Con­tent gilts: Er kann be­lie­big oft be­ar­bei­tet und ak­tua­li­siert wer­den.

Ist Con­tent-Mar­ke­ting bes­ser als klas­si­sche Wer­bung?

Soll­te man sich nun als wer­ben­des Un­ter­neh­men zwi­schen tra­di­tio­nel­lem Mar­ke­ting und Con­tent-Mar­ke­ting ent­schei­den? Nein, denn es ist nicht wie Pep­si und Co­ca Co­la. Ei­nes ist nicht ein­deu­tig bes­ser als das an­de­re (Co­ca Co­la!)

Content-Marketing und klassisches Marketing können sich ergänzen
Con­tent ist wie Ketch­up. (Fo­to von Pe­dro Ri­bei­ro auf Unsplash)

Die Sa­che ver­hält sich eher wie Ketch­up und Ma­yo. Bei­des hat sei­ne Da­seins­be­rech­ti­gung. Auf Pom­mes möch­te der ei­ne Ketch­up, die an­de­re Ma­yo und ein drit­te Per­son bei­des. Auf ei­nem Bur­ger er­gän­zen sie sich. Aber Kar­tof­fel­sa­lat mit Ketch­up wä­re ko­misch.

Con­tent-Mar­ke­ting und klas­si­sches Wer­ben schlie­ßen ein­an­der nicht aus. Je nach Ziel, Ziel­grup­pe, Bud­get und Zeit­fens­ter eig­net sich ei­nes bes­ser als das an­de­re. Bei­de ha­ben ih­re Vor­tei­le und kön­nen durch­aus er­gän­zend ver­wen­det wer­den.

Bei­trags­bild von An­nie Spratt on Unsplash


Wenn Sie mit Con­tent-Mar­ke­ting durch­star­ten wol­len, un­ter­stüt­ze ich sie ger­ne, in­dem ich Blog­posts für Ihr Un­ter­neh­men schrei­be. Mel­den Sie sich bei mir und wir kön­nen über ei­ne Blogstra­te­gie spre­chen.

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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Carina

    Die Ver­glei­che sind spit­ze, das passt ge­ra­de zeit­lich und in­halt­lich per­fekt zum SEO-Kurs, den ich ge­ra­de on­line be­su­che. Eben „on time & on fleek“.

    1. Julia Wißmeier

      Wie das mit dem Ti­ming manch­mal so funk­tio­niert ... 😊 Und toll, dass du so auf­merk­sam ge­le­sen hast, dass du so­gar mei­nen fik­ti­ven Wer­be­slo­gan zi­tierst! 😁

  2. Al­les ge­sagt zum The­ma Con­tent Mar­ke­ting. Im Prin­zip braucht das je­des Un­ter­neh­men. Vie­le wol­len je­doch kein Geld für pro­fes­sio­nel­le Tex­te be­zah­len. Das rächt sich spä­ter meis­tens.

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