5 tü­cki­sche fal­sche An­nah­men über Web­site-Con­tent

Wä­re Ihr Web­site-Con­tent ein Mit­ar­bei­ter, wür­de er ver­mut­lich bald we­gen Bur­nout auf un­be­fris­te­te Zeit im Kran­ken­stand lan­den. Denn sei­ne Auf­ga­ben sind enorm. Er soll:

  • User auf Ih­re Sei­ten brin­gen
  • Ihr An­ge­bot ver­ständ­lich ma­chen
  • Ihr Al­lein­stel­lungs­merk­mal ver­deut­li­chen
  • zum Kli­cken ver­lei­ten
  • zu Co­ver­si­ons füh­ren

Da­mit Ihr Web­site-Con­tent wirk­lich die Chan­ce hat, al­le die­se Er­war­tun­gen zu er­fül­len, muss er such­ma­schi­nen­op­ti­miert, ziel­grup­pen­ge­recht und ef­fek­tiv sein.

Da­mit Ih­re Web­site-Tex­te die bei­den letz­ten An­for­de­run­gen er­fül­len, müs­sen Sie sich von ei­ni­gen fal­schen An­nah­men tren­nen.

1. An­nah­me: User ver­ste­hen die Fach­be­grif­fe Ih­rer Bran­che

In der Re­gel lan­den neue User auf Ih­rer Web­site auf ei­nem von zwei We­gen:

  • Sie sind ei­ner Emp­feh­lung ge­folgt.
  • Sie ha­ben ge­goo­gelt.

(Und es ist gar nicht so un­wahr­schein­lich, dass Sie die Emp­feh­lung auch in Goog­le ein­ge­ge­ben ha­ben.)

Wenn sie ei­ne Such­ma­schi­ne be­müht ha­ben, dann ha­ben sie dort höchst­wahr­schein­lich kei­nen Fach­be­griff ein­ge­ge­ben. Son­dern wahr­schein­lich ihr Pro­blem, ein Pro­dukt oder ei­ne Dienst­leis­tung (viel­leicht mit lo­ka­lem Be­zug).

Die Wahr­schein­lich­keit, dass die­se User sich mit Ih­rem An­ge­bot oder The­men­ge­biet be­reits so gut aus­ken­nen, dass sie Fach­jar­gon oder bran­chen­üb­li­che Ab­kür­zun­gen ver­ste­hen, ist da­her ge­ring.

Lö­sung: Die of­fen­sicht­li­che Lö­sung die­ses Pro­blems wä­re, Fach­be­grif­fe kom­plett zu ver­mei­den. Das hat al­ler­dings den Nach­teil, dass Sie von fach­kun­di­ge­ren Interessent*innen wo­mög­lich nicht als Ex­per­te wahr­ge­nom­men wer­den.
Die­se zwei An­lie­gen las­sen sich je­doch sehr ein­fach mit­ein­an­der ver­bin­den, in­dem Sie in Ih­rem Web­site-Con­tent so­wohl Fach­be­grif­fe ver­wen­den, aber die­se auch er­klä­ren. Das kön­nen sie in Klam­mern hin­ter dem je­wei­li­gen Be­griff tun oder mit For­mu­lie­run­gen wie „al­so“ oder „die­se“.

2. An­nah­me: Website-Besucher*innen wis­sen schon, was die Lö­sung ih­res Pro­blems ist

Wie be­reits er­wähnt: User goo­geln meis­tens wo­nach ih­nen der Schuh drückt. Sie su­chen nach We­gen, Ih­re Her­aus­for­de­run­gen zu be­wäl­ti­gen. Wie die­se aus­se­hen, wis­sen sie nicht un­be­dingt. Wahr­schein­lich ha­ben sie aber ei­ne gro­be Ah­nung – die er­gibt sich meis­tens aus dem Pro­blem.

Was, wenn Besucher*innen auf Ih­rer Web­site nun nur Lö­sun­gen, al­so Ih­re Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen, er­klärt be­kom­men und nicht, wel­che Pro­ble­me die­se aus der Welt schaf­fen? Nun, sie stel­len dann viel­leicht nicht die Ver­bin­dung zwi­schen ih­rer Her­aus­for­de­rung und Ih­rem An­ge­bot her und be­ur­tei­len die­ses als nicht re­le­vant.

Lö­sung: Ge­hen Sie in Ih­rem Web­site-Con­tent mehr auf die Pro­ble­me ein, vor de­nen Ih­re In­ter­es­sen­ten und Kun­din­nen ste­hen. Das kann oh­ne­hin nie scha­den. Denn die User, die die Lö­sung be­reits ken­nen, wer­den so an sie er­in­nert und be­stärkt, dass Ihr An­ge­bot das rich­ti­ge für sie ist. User, die noch nicht auf des Rät­sels Lö­sung ge­kom­men sind, wer­den hin­ge­gen dort ab­ge­holt, wo sie sich im Kauf­pro­zess be­fin­den.

3. An­nah­me: Es reicht, Usern ein­mal die Mög­lich­keit zu ge­ben, ein An­ge­bot zu kli­cken

Wenn Sie noch un­be­darft sind, was Web­site-Con­tent an­geht, dann glau­ben Sie viel­leicht, User wür­den Ih­re Sei­ten von oben bis un­ten durch­le­sen, dann die Hän­de zu­sam­men­fal­ten und sa­gen „Das klingt gut, ich wer­de die­ses An­ge­bot wahr­neh­men!“.

Aber so funk­tio­niert das In­ter­net lei­der nicht. Denn User

  1. le­sen nicht je­des Wort,
  2. le­sen nicht un­be­dingt chro­no­lo­gisch
  3. und las­sen sich nicht so ein­fach über­zeu­gen.

Wenn Sie Usern nur ei­nen But­ton zur Ver­fü­gung stel­len, um Ihr An­ge­bot wahr­zu­neh­men, ver­ge­ben Sie vie­le Leads. Ge­ra­de bei lan­gen, prall mit In­for­ma­tio­nen ge­füll­ten Lan­ding-Pa­ges wird viel ge­scrollt. Aber nicht un­be­dingt zu­rück zu dem ei­nen But­ton, der es auf die Sei­te ge­schafft hat.

Lö­sung: Call-to-Ac­tions, al­so Hand­lungs­auf­for­de­run­gen, müs­sen mehr­mals auf ei­ner Sei­te vor­kom­men. Nicht zu oft, dass sich der User ge­nervt fühlt, aber oft ge­nug, dass er an ver­schie­de­nen Stel­len die Mög­lich­keit hat, zu kaufen/sich anzumelden/sich ein­zu­tra­gen. Es emp­fiehlt sich auch, den CTA im­mer et­was an­ders zu for­mu­lie­ren, da­mit kein Dé­jà-Vu-Ef­fekt ein­tritt.

4. An­nah­me: Al­le In­for­ma­tio­nen dür­fen nur ein­mal vor­kom­men

Wie viel bleibt bei Ih­nen hän­gen, wenn Sie das ers­te Mal mit ei­ner Fül­le neu­er In­for­ma­tio­nen kon­fron­tiert wer­den? Si­cher nicht al­les. Ge­nau­so geht es auch Ih­ren Website-Besucher*innen, wenn sie sich über Ihr An­ge­bot in­for­mie­ren.

Des­halb soll­ten Sie wich­ti­ge Din­ge mehr­mals wie­der­ho­len.

Des­halb soll­ten Sie wich­ti­ge Din­ge mehr­mals wie­der­ho­len. [he­he]

Au­ßer­dem be­nö­ti­gen User Wie­der­ho­lun­gen, da­mit Bot­schaf­ten wirk­lich bei ih­nen an­kom­men und sie über­zeu­gen.

Lö­sung: Grei­fen Sie wich­ti­ge Aspek­te Ih­res An­ge­bots im­mer wie­der und an ver­schie­de­nen Stel­len in Ih­rem Web­site-Con­tent auf, et­wa Vor­tei­le, Al­lein­stel­lungs­merk­ma­le, er­wart­ba­re Er­geb­nis­se usw.
Aber Ach­tung: Sie soll­ten Wie­der­ho­lun­gen stets in an­de­ren Wor­ten aus­drü­cken, da­mit Sie kei­nen Du­pli­ca­te Con­tent ge­ne­rie­ren. Denn die­ser wird von Goog­le ab­ge­straft.

5. An­nah­me: User ver­ste­hen, was pas­siert, wenn sie ei­nen But­ton kli­cken

Im In­ter­net sind Men­schen skep­tisch, wenn es um die Ein­ga­be von Da­ten oder den Trans­fer von Geld geht. Wenn ih­nen nicht klar ist, was pas­siert, wenn sie ei­nen But­ton kli­cken, wer­den sie es nicht tun.

Ein But­ton mit der Auf­schrift „Jetzt kau­fen“ sagt nicht aus, ob ein Ar­ti­kel erst­mal im Wa­ren­korb lan­det oder ob sich di­rekt ein Zah­lungs­for­mu­lar öff­net.

Die Lö­sung: For­mu­lie­ren Sie ent­schei­den­de But­tons im­mer klar und prä­zi­se und nut­zen Sie den Text au­ßer­halb des But­tons da­zu, User zu in­for­mie­ren, was ge­schieht, wenn sie kli­cken und war­um Sie Da­ten von ih­nen be­nö­ti­gen.


Das klingt al­les viel zu kom­plex? Ho­len Sie sich Hil­fe! Ein frem­des Paar Au­gen kann viel da­zu bei­tra­gen, Ihr An­ge­bot ver­ständ­lich und ef­fek­tiv zu be­schrei­ben. Ich un­ter­stüt­ze Sie bei der Er­stel­lung Ih­res Web­site-Con­tents.

Fo­to von Ne­ON­BRAND auf Unsplash

Hat Ihnen dieser Post gefallen? Teilen Sie ihn doch mit Anderen!

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on xing

Lesen Sie auch diese Beiträge

Schreibe einen Kommentar